Aufbrechhammer – ein Werkzeug fürs Grobe

Das wichtigste in Kürze:

  • Immer dann, wenn mit dem Bohrhammer die Arbeit nicht verrichtet werden kann, kommt der Aufbrechhammer zum Einsatz.
  • In der Kategorie „Aufbrechhammer“ muss unterschieden werden, zwischen dem leichten Aufbrechhammer, der für das Aufstemmen von Wänden genutzt wird und den schweren Gerät, mit dem Fußböden aufgerissen werden können.
  • Die Schlagkraft bei einem Aufbrechhammer ist entscheidend. Für ein kleines Loch in der Wand reichen in der Regel 6 bis 8 Joule aus. Für schwere Arbeiten, wie bspw. massiven Stahlbeton werden mindestens 23 Joule benötigt.

Was ist ein Aufbrechhammer?

Im Grunde handelt es sich bei einem Aufbrechhammer um nichts anderes als um einen Abbruchhammer – es ist also ein Synonym, das gern zum Einsatz kommt. Der Aufbrechhammer wird häufig auch mit folgenden Begriffen beschrieben:

  • Meißelhammer
  • Stemmhammer
  • Abbauhammer
  • Abrisshammer

Betrieben wird das Werkzeug elektrisch, pneumatisch oder mit einem Verbrennungsmotor (Benzinbetrieben). Bei einem Aufbrechhammer handelt es sich praktisch um einen Schlaghammer, der dazu genutzt wird, um Fundamente, Decken oder Wände, die aus Ziegeln, Stein oder Beton bestehen, aufzureißen bzw. einzureißen.

Die bekannteste Version des Aufbrechhammers ist der Presslufthammer oder Drucklufthammer. Dieser wird im Straßenbau verwendet!

Im Gegensatz zur Schlagbohrmaschine oder der einfachen Bohrmaschine dreht sich das Werkzeug beim Aufbrechhammer nicht, sondern über einen Meißel werden Schläge auf den Beton oder Stein ausgeübt, so dass dieser langsam zermürbt wird. Ein Aufbrechhammer wird aufgrund dessen, dass er ein Gewicht von mehr als 10 Kilogramm aufweist, ausschließlich in senkrechter Arbeitsrichtung verwendet. Jedoch gibt es den kleineren Aufbrechhammer, der dann zum Einsatz kommt, wenn es um Durchbrüche bei Wänden geht.

Worauf muss beim Kauf eines Aufbrechhammers geachtet werden?

Die Entscheidung, welcher Aufbrechhammer es sein soll, hängt davon ab, wie das Werkzeug eingesetzt werden soll. Wer sich für einen gebrauchten Aufbrechhammer entscheidet, der sollte vor allem auf die Qualität achten, denn ansonsten muss der Meißel eventuell schnell ersetzt werden. Doch selbst wenn ein Aufbrechhammer für Arbeiten gemietet werden, ist die Qualität und der Zustand des Meißelhammers von enormer Bedeutung.

Sicherlich ist es möglich einen Aufbrechhammer im Baumarkt zu kaufen, doch dann ist die Auswahl nicht groß und oftmals besteht diese nur aus einem oder zwei Modellen. Die folgenden Kriterien erleichtern die Entscheidung für den Kauf:

Die Leistung

Bei der Leistung handelt es sich nicht um ein primäres Kaufargument, sondern diese gibt nur an, wie viel Strom der Aufbrechhammer aufnehmen kann. Dabei wird die Leistung des Motors nicht berücksichtigt. Jedoch sollte die Leistung nicht zu gering ausfallen. Beim Kauf sollten die tatsächlichen Arbeitswerte verglichen werden. Empfehlenswert sind Geräte mit einer durchschnittlichen Leistung von 1.500 Watt.

Das Gewicht

Ein Aufbrechhammer bringt stets einiges an Gewicht mit sich und das kann ein Problem darstellen. So muss bei einem pneumatischen Aufbrechhammer beispielsweise bedacht werden, dass zusätzlich noch ein Kompressor benötigt wird und dieser bringt weiteres Gewicht it. Doch auch die elektrischen Geräte sind nicht leicht und wiegen oftmals rund 20 Kilogramm. Wird ein günstiger Aufbrechhammer gekauft, dann muss damit gerechnet werden, dass es sich um ein schweres und unhandliches Gerät handelt. Die Geräte von Metabo, Makita oder Bosch weisen ein durchschnittliches Gewicht von rund 10 Kilogramm auf.

Die Schlagkraft

Die Schlagkraft, welche in Joule angegeben wird, sollte nicht minder Beachtung finden, denn sie steht der Leistung gegenüber. Ein durchschnittlicher Aufbrechhammer weist eine Schlagkraft von rund 20 Joule auf, während die kleineren Geräte weniger als 10 Joule aufweisen. Anzumerken ist, dass ein Stemmhammer grundsätzlich eine geringe Schlagkraft besitzt. Jedoch kann mit diesem Aufbrechhammer Typ genauer gearbeitet werden. Beispielsweise wird ein Wanddurchbruch damit exakt ausgeführt.

Die Werkzeugaufnahme

Es muss hier zwischen verschiedenen Systemen unterschieden werden, wobei das 30 mm Sechskant-System als Klassiker angesehen wird. Eine innovative Aufnahme stammt von Bosch: das SDS-System. Dieses kommt mittlerweile auch bei den Werkzeugen von Makita oder Dewalt zum Einsatz. Der Vorteil ist, dass das System eine Erweiterung der Auflagefläche auf die Kraftübertragung darstellt. Die Folge ist eine bessere Kraftübertragung auf den Meißelhammer.

SDS: Eine Abkürzung und mehrere Bedeutungen! Von Bosch wurde das System als „Steck-Dreh-Sitz“ bezeichnet, doch später entschied sich der Hersteller für „Spannen durch System“. Die Abkürzung wurde dann im Zeitalter des internationalen Handels durch den Begriff „Special Direct System“ geprägt.

Die Marke

Wer einen Blick in das Angebot wirft, der wird feststellen, dass dieses sehr umfangreich ist, aber auch die Anzahl der Hersteller ist nicht zu verachten:

Makita     Festo     Hilti     Festool     Drempel     Metabo       Bosch       Dewalt         Black&Decker     Scheppach     Altas Copco       Mafell       Hitachi       Matrix         Kawasaki

Die verschiedenen Modelle der Hersteller unterscheiden sich in preis und Leistung. Empfehlenswert ist es sich vorab zu informieren und sich beraten zu lassen, so dass gezielt das Bevorzugtee Werkzeug ausgesucht werden kann.

Das Zubehör

Beim Zubehör liegt der Fokus auf dem Meißel. Dabei muss zwischen dem Spitz- und Flachmeißel unterschieden werden. Bei einem günstigen Aufbrechhammer ist der Lieferumfang zumeist eingeschränkt, und ein Bohr-Meißelhammer muss in den meisten Fällen extra dazu gekauft werden – das stellt eine zusätzliche Investition dar. Bei anderen Modellen wie bspw. Altas Copco, Mafell oder Scheppach hingegen ist das mitgelieferte Zubehör sehr umfangreich. Bei diesen Modellen ist ein Haltegriff enthalten, der benötigt wird, um die schweren und unhandlichen Geräte präzise zu positionieren. Die hochwertigen Modelle werden sogar in einem Werkzeugkoffer angeboten, durch den das Werkzeug fachgerecht aufbewahrt werden kann.

Ein jeder Aufbrechhammer benötigt Pflege

Auch der Aufbrechhammer benötigt, wie jedes andere Arbeitsgerät auch, Pflege und das bedeutet, er muss gewartet werden. Dabei spielt es keine Rolle, um welches Modell es sich handelt, denn aufgrund der Schlagbewegung kommt es zu einer Reibung und diese muss unterstützt werden, in dem ein spezielles Schmierfett zum Einsatz kommt.

Wichtig ist auch, dass der Aufbrechhammer nach jedem Arbeitseinsatz von Schmutz und Staub befreit wird – so gut wie es geht. Gut geeignet dafür sind ein Pinsel und ein trockenes Tuch.

Die Vor- und Nachteile der Aufbrechhämmer

Vorteile

  • eine sehr hohe Schlagkraft
  • Stahlbeton kann problemlos bearbeitet werden
  • es gibt verschiedene Meißel für die unterschiedlichen Arbeiten

Nachteile

  • ein hohes Gewicht – nicht jeder Aufbrechhammer kann in der horizontalen verwendet werden
  • der Anschaffungspreis ist teilweise sehr hoch